Das Zanggerkreuz

Das Zanggerkreuz
1480 nahmen die Türken auf ihrem Weg ins Lavanttal in Großprethal einen Bauern namens Sturmer gefangen, legten ihn in Ketten und fesselten ihn an den Schweif eines Pferdes. Der Gefangene, der hinter dem Ross herlaufen musste, betete zu Gott und den Heiligen um seine Befreiung. Als ihn seine Peiniger bereits bis zum Zanggergrund gebracht hatten, erblickte er von dort aus die Pfarrkirche der Stadt St. Leonhard. Da flehte der Bauer in seiner Verzweiflung zum heiligen Leonhard, dem Schutzpatron der Gefangenen und der Tiere. Er legte das Gelübde ab, eine eiserne Kette zu stiften, die die Kirche St. Leonhard dreimal umspannen sollte. Einige Zeit darauf kam der Bauer tatsächlich frei und kehrte in seine Heimat zurück. In Erfüllung des Gelübdes ließ er eine Kette schmieden, die dreimal die Leonhardikirche umfing.
Noch Jahrhunderte später sollen die Bauern des Sturmerhauses immer wieder zum Mesner von St. Leonhard gekommen sein, um ihn zu fragen, ob an der Kette etwas fehle. Und jedes Mal opferten sie fünf Groschen.
Am Zanggergrund wurde zum Gedenken an diese Begebenheit ein hölzernes Kreuz errichtet.